Power-to-Gas – die Zukunftstechnologie zur Umwandlung von elektrischer Energie in Gas wird bisher erst in kleineren Anlagen im einstelligen Megawattbereich genutzt. Die Strom- und Gasnetzbetreiber Amprion und Open Grid Europe (OGE) wollen gemeinsam eine Anlage zur Umwandlung von Strom in speicherbares Gas mit einer Kapazität von 50 bis 100 MW testen. Diese Sektorenkopplung soll helfen, jahreszeitlich und wetterbedingte Erzeugungsschwankungen bei Solar und Windanlagen über das Gasnetz abzusichern.
Wetterbedingt erzeugen Solar- und Windanlagen unterschiedlich viel Strom. Daher wird Speicherung mit steigenden Anteil an erneuerbaren Energien immer relevanter. „Das Gasnetz kann Strom deutlich günstiger und in großen Mengen speichern als beispielsweise Batteriespeicher. Nur mit einer Brücke zwischen den Netzen werden wir es schaffen, 65 Prozent Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in den Markt zu integrieren“, erläutert Stephan Kamphues, Geschäftsführer Vier Gas Transport GmbH, der Muttergesellschaft von OGE.
Am Beispiel der größten deutschen Stadt wird deutlich, was die Klimaziele im Detail bedeuten. Hier gibt es in jedem Sektor andere Antworten auf die Frage der CO2-Reduktion. Im Interview für Septemberausgabe der Zeitschrift EW – Magazin für die Energiewirtschaft erläutert Dr. Gerhard Holtmeier, Vorstandsvorsitzender der GASAG, wie ganzheitliche Lösungen mit Strom, Gas und Wärme aussehen.
Wie lassen sich jahreszeitliche Erzeugungsschwankungen aus erneuerbaren Energien überbrücken? Diese Frage ist trotz aller Fortschritte bei Batteriespeichern noch ungelöst. Eine Studie des Beratungsunternehmens enervis empfiehlt über Power-to-Gas die Gasspeicher als Speicher für erneuerbaren Strom zu nutzen. Im Interview mit der Zeitschrift EW – Magazin für die Energiewirtschaft rät Sebastian Klein, Prokurist, enervis energy advisors GmbH, Berlin von einer vollständigen Elektrifizierung der Energieversorgung ab.
s im europäischen Energiemarkt der Zukunft gibt es unterschiedliche Einschätzungen. Europa ist auf dem Weg in die Dekarbonisierung. Aus Gründen des Klimaschutzes soll die Energieversorgung in Zukunft vor allem auf erneuerbare Energien umgestellt werden. International gilt Gas weiterhin als zentraler Energieträger, dessen Förderung sogar noch ausgebaut werden wird. Im Interview mit der Zeitschrift EW – Magazin für die Energiewirtschaft erläutert der frühere russische Energieminister und Gründer des Investmentunternehmens Energija Igor Yusufov die russische Sicht auf den Gasmarkt in Deutschland und Europa bis 2050.
Der Anteil von Sonnen- und Windstrom steigt in Deutschland stetig. Im Vergleich zu den langfristigen Zielen für 2050 sind die derzeitigen gut 30 Prozent aus erneuerbaren Energien allerdings eher klein. Über die Integration größerer Anteile fluktuierender Erzeugung gibt jedoch erst wenig Erfahrungen. Das vom Forschungsprojekt WindNODE will diese Lücke in den nächsten 4 Jahren schließen.
Die Stromerzeugung aus Braunkohle ist umstritten, da die CO2-Emissionen relativ hoch sind und alternative Möglichkeiten der Stromproduktion technisch zur Verfügung stehen. Spätestens in der nächsten Legislaturperiode sollte die Politik nach Einschätzung des Auftrag des World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland den Ausstieg aus der Braun- und Steinkohleverstromung regeln, um die Klimaschutzvereinbarungen von Paris einhalten zu können. Bis 2035 müsste die gesamte Stromerzeugung aus Kohle durch klimafreundlichere Erzeugungsalternativen ersetzt werden. Grundlage ist eine neue Studie von Prognos und Ökoinstitut im Auftrag des WWF.