Modellprojekt WindNODE: Flexibel mit Windstrom umgehen

 

windkraft_vetschau__3_Der Anteil von Sonnen- und Windstrom steigt in Deutschland stetig. Im Vergleich zu den langfristigen Zielen für 2050 sind die derzeitigen gut 30 Prozent aus erneuerbaren Energien allerdings eher klein. Über die Integration größerer Anteile fluktuierender Erzeugung gibt jedoch erst wenig Erfahrungen. Das vom Forschungsprojekt WindNODE will diese Lücke in den nächsten 4 Jahren schließen.

In einigen Regionen Deutschlands sind allerdings die fluktuierenden Anteile Erneuerbarer Energien schon deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Für die Netzbetreiber stellt das hohe Anforderungen an permanente Ausgleichsmaßnahmen, um das Netz stabil zu halten. So treffen im Nordosten Deutschland hohe Einspeisung aus Wind auf relativ geringen Verbrauch. Das qualifiziert die Region für eine weitergehende Forschung im Rahmen des Förderprogramm Schaufenster Intelligente Energie (SINTEG) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWI). SINTEG soll in den nächsten vier Jahren mit 200 Millionen Euro ausgestattet werden.

Hinter dem Namen WindNODE steht ein Konsortium von rund 50 Verbundpartnern. Unternehmen, Wissenschaft und Verbraucher wollen damit gemeinsam Musterlösungen für die Energiewende erproben. Als große Verbraucher nehmen beispielsweise Lidl und Kaufland teil. Angeführt wird die Initiative von einem Lenkungskreis bestehend unter anderem aus Vertretern von 50 Hertz, Siemens und Stromnetz Berlin.

Im untersuchten Netzgebiet werden gut 42% der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erzeugt. Schon heute bedeutet das fast tägliche Redispatch-Maßnahmen. Vorherrschend sind dünn besiedelte ländliche Gegenden aber auch Lastzentren wie Berlin und andere Großstädte gehören dazu. Insgesamt wird jedoch weniger Strom in der Region benötigt als erzeugt wird und ein Großteil des Stroms wird in andere Regionen weitertransportiert. Auch die Netze der „elektrischen Nachbarn“ in Polen und Tschechien werden durch Loop Flows aus nordostdeutscher Windstromeinspeisung belastet.

In den neun Arbeitspaketen des Forschungsprojektes werden innovative Anwendungen auf allen Ebenen des vernetzten Energiesystems erprobt und miteinander zu einem Gesamtmodell verbunden. Untersucht werden IKT-Vernetzungsplattformen, flexible Erzeugung, effiziente Betriebskonzepte für Stromnetze, der vernetzte Endkunde, Flexibilitätsoptionen, Marktdesign und Regulierung, Lastverschiebepotenzial in der Industrie, Quartierskonzepte, Partizipation und Dissemination. Wichtige Elemente sind eine leistungsfähige IKT-Plattform für flexible Energienutzer wie Kühlhäuser, Wärmespeicher oder Elektrofahrzeuge sowie „Smart Home“ Anwendungen. Hinzu kommen Aspekte der europäischen und internationalen Normung.

Der vollständige Beitrag ist in ew 3/2017 erschienen.