Interview mit Lars Grotewold: Dekarbonisierung als Wachstumschance

Grotweold_Lars_2Klimaschutz wird oft als zusätzliche Belastung für die Wirtschaft gesehen. Das muss nicht sein: Über die Chancen einer Dekarbonisierung spricht Dr. Lars Grotewold, Leiter Bereich Klimawandel bei der Stiftung Mercator im Interview mit der Zeitschrift EW – Magazin für die Energiewirtschaft.  

Die Mercator Stiftung hat gemeinsam mit anderen internationalen Stiftungen in einem Report dargestellt, dass Klimaerwärmung nicht nur ein Umweltschutzthema ist. Der Stiftungsverbund empfiehlt insbesondere den 20 führenden Industrienationen die Chancen einer Umgestaltung des Wirtschaftssystems zu nutzen. Klimaschutz muss die Wirtschaft nicht belasten, wenn der Umbau richtig vorangetrieben wird, erläutert Grotewold. „Wir sehen Dekarbonisierung als eine Voraussetzung für künftige Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Modernisierung.“

Dreh- und Angelpunkt der Empfehlungen ist eine Bepreisung der CO2-Emissionen.  Solange es nichts koste, die Atmosphäre zu belasten, werde dies weiterhin geschehen, ist Grotewold überzeugt. Die grundsätzliche Ausgestaltung könne entweder als Steuer oder über ein Handelssystem wie beim Emissionszertifikatehandel erfolgen. Aus beiden Systemen ließen sich Einnahmen für den Staat generieren, so dass steuerliche Entlastungen an anderer Stelle möglich seien, so Grotewold. Damit ließe sich wirtschaftliches Wachstum ankurbeln. Insofern sei die CO2-Bepreisung weniger ein Thema für Ökoaktivisten als vielmehr für die Finanzminister.

Das vollständige Interview ist in ew 8 /2017 erschienen.

Bildquelle: Stiftung Mercator

 

 

 

 

 

Interview mit Klaus Kleinekorte: Erdkabel lassen sich grabenlos verlegen

amprion_geschäftsführung_dr_kleinekorte_Quelle Amprion GmbH Rüdiger NehmzowDas Stromnetz steht vor einem umfassenden Ausbau und ein Teil der neuen Leitungen soll unterirdisch verlaufen. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion erprobt dazu ein Verlegeverfahren, das ohne Ausschachten tiefer Gräben auskommt. Im Gespräch mit der Zeitschrift EW – Magazin für die Energiewirtschaft erläutert Dr. Klaus Kleinekorte, Technischer Geschäftsführer bei Amprion die neuen technischen Entwicklungen. 

Nach dem Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) von 2009 sind für das Netzgebiet von Amprion 13 Projekte mit einer Gesamtlänge von 700 km vorgeschrieben. Das Bundesbedarfsplangesetz (BBPIG) von 2013 und 2016 hat weitere 10 Projekte mit einer Gesamtlänge von rund 1.100 Kilometern formuliert. Stand 2016 waren davon erst 210 km von den EnLAG-Bauvorhaben fertiggestellt.  Ein Teil der neuen Leitungen soll unterirdisch verlaufen, so dass möglichst wenig neue Strommasten sichtbar werden.

Erdkabel bedeuten sowohl bei Wechselstrom- wie auch bei Gleichstromverbindungen technisches Neuland, erläutert Kleinekorte. Derzeit werde dazu eine Erdkabelstrecke für Wechselstrom in Rasfeld getestet, die seit einem Jahr störungsfrei im Probebetrieb läuft. In Borken, dem zweiten Abschnitt der Pilotstrecke, hat Amprion ein innovatives Verfahren für die Kabelverlegung erprobt. Das sogenannte „E-Power Pipe“-Verfahren haben wurde gemeinsam mit dem Bohrspezialisten Herrenknecht, der RWTH Aachen und mit Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums entwickelt.

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