Strom ohne Netz

 

campingdunkelEine autarke Energieversorgung ist aus unterschiedlichen Gründen verlockend. Neue Technologien wie im Bereich Schaltschränke ermöglichen neben der Erzeugung auch einen eigenen Netzbetrieb mit Speicherung und damit eine komplette netzunabhängige Eigenversorgung aus Photovoltaik rund um die Uhr aufzubauen. Dies ist nicht nur für die Elektrifizierung afrikanischer Dörfer eine gute Nachricht. Auch im vernetzten Europa steigt das Interesse an autarker Stromversorgung in den Bereichen Straßenbeleuchtung, Sicherheits- und Mobilfunktechnik, erläutert Rudy Müller, Phocos im Interview mit der Zeitschrift ew – Magazin für die Energiewirtschaft.

Der Anbieter von solarbetriebenen Ladereglern sieht einen wachsenden Markt für autarke Systeme zur Stromversorgung. In Afrika, Asien, Indien, China, Mittelosten, und Lateinamerika stellen solche Systeme Strom rund um die Uhr zur Verfügung. In Europa sind es vor allem Infrastrukturprojekte wie die Straßenbeleuchtung fern vom allgemeinen Stromnetz, Projekte zur mobilen Sicherheit und Überwachung, Verkehrs- und Mobilfunktechnik sowie Freizeitanwendungen beispielsweise Reisemobile, für die eine autarke Stromversorgung wichtig ist.

Aber im Bereich Straßenbeleuchtung kann so ein Schaltschrank den Netzanschluss ersetzen. Dies kann der Betrieb von Lampen und Warnleuchten an Autobahnbaustellen, die Versorgung von Straßenlaternen an gefährlichen Verkehrspunkten und an abgelegenen öffentlichen Haltestellen sein. Auch für mobile Sicherheits- und Überwachungssysteme bei Veranstaltungen und Events sowie für den Betrieb von Sendemasten fern vom Netz lässt sich so eine Stromversorgung installieren.

Interessant ist die Nutzerfreundlichkeit, betont Müller: Im wetterfesten Schaltschrank steckt alles, was der Nutzer braucht: Intelligente Laderegler und Wechselrichter, eine Einspeisestation für das private unabhängige Netz, alle Kabel, Anschlüsse und Sicherungen. Der Kunde muss dann nur noch seine Solarmodule und die Batterie anschließen.

Die Kapazität reicht von 350 W bis 10.500 W. Damit lässt sich bereits kleiner Gewerbebetrieb betreiben: Eine Stromversorgung für Käsereien, Landwirtschaftsbetriebe, Autowerkstätten, Läden oder öffentliche und gewerbliche Büros in netzfernen Regionen weltweit zu ermöglichen, auch Berghütten in den Alpen in Österreich werden so versorgt.

Das vollständige Interview mit Rudy Müller, CEO Phocos AG, unter dem Titel „Gute Technik muss nicht kompliziert sein“ ist in ew 9 /2016 erschienen.