Die Cloud als virtueller Stromspeicher

wolkeUnsichtbare Netzwerke, die wie von einer „Wolke“ verhüllt sind, sind in der IT schon weit verbreitet. Das Prinzip der Cloud lässt sich aber auch in der Stromspeicherung anwenden. Unter der Bezeichnung green2store läuft derzeit ein gemeinsames Forschungsprojekt von neun Konsortialpartnern mit Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums. Im Interview mit der Zeitschrift „EW – Magazin für die Energiewirtschaft“ erläutert Ines Kolmsee, Technikvorstand der EWE AG das Projekt green2store.

„Ein virtueller Energiespeicher stellt eine große Flexibilität in der Energiewirtschaft dar,“ ist Kolmsee überzeugt. Dieser werde in Zukunft durch den stark steigenden Anteil fluktuierender Erzeuger am Energiemix immer wichtiger werden. Batteriespeicher können sehr gezielt und schnell eingesetzt werden, um kurzfristig dem Energiesystem Leistung zu entnehmen und später wieder zur Verfügung zu stellen.

Der Feldtest der EWE bringt die drei Welten Energie, Telekommunikation und IT zusammen. Dabei geht es um die Frage, wie ein optimales Zusammenspiel verschiedener Stromspeicher trotz großer Entfernungen gelingen kann, um noch mehr erneuerbare Energien ins Stromnetz aufzunehmen. EWE setzt damit auf Speicherlösungen für Privathaushalte. Hier dienen die Speicher zur Aufnahme von Strom aus Photovoltaik, der direkt im Haushalt verbraucht wird. Eine Drittvermarktung dieser Speicherkapazitäten soll mit dem Projekt green2store zusätzlich möglich werden.

Pate gestanden hat das Prinzip des Cloud-Computings. Die Speicher befinden sich teilweise mehrere hundert Kilometer voneinander getrennt an drei verschiedenen Standorten. Ein Ortsnetzspeicher und neun Hausspeicher stehen in Altenoythe bei Oldenburg, ein Campusspeicher in Stuttgart und ein Arealspeicher in einem Wohnkomplex in Flein nahe Heilbronn. Über eine Cloud sind die Speicher zu einem virtuellen Großspeicher zusammen geschaltet.

„Der Einsatz des Speichersystems funktioniert im Grunde wie eine Handelsplattform“, erläutert Kolmsee.  Nachfrager für Speicherkapazität senden ihre Anfrage an die Cloud. Diese prüft die Verfügbarkeit der angefragten Kapazität in der gewünschten Zeitspanne und benennt den Preis. Erfolgt eine Buchung,  richtet sich der Speicherbetrieb in dieser Phase dann ausschließlich nach dem Fahrplan.

Das vollständige Interview ist in ew 2/2016 erschienen.