Resilienz: Ein erweiterter Blick auf die Energiewende

Das Bedürfnis nach mehr Sicherheit verändert den Blick auf die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien. In der Energiecommunity werden Chancen gesehen, aber auch Risiken und nötige Anpassungen diskutiert. Auch der Jahreskongress der Deutschen Energie-Agentur (dena) Anfang November 2025 hat dem Thema mehrere Paneldiskussionen gewidmet. Dabei wurde deutlich, welche unterschiedlichen Aspekte von Versorgungssicherheit und Resilienz zu berücksichtigen sind.

Investitionen in die Energiewende bringen neben dem Klimaschutz noch weitere Vorteile: Denn für Krisenzeiten bieten Dezentralität und lokale Verfügbarkeit von Energiequellen die Chance, das System resilienter und anpassungsfähiger machen. Aber auch eine Stromerzeugung aus Sonne und Wind ist nicht per se ohne Risiken.

Keynote von Bundesumweltminister Carsten Schneider

Auf dem dena-Energiewendekongress betont Bundesumweltminister Carsten Schneider in seiner Keynote, dass erneuerbare Energien die günstigste und nachhaltigste Energieform seien, die zudem Wertschöpfung im Inland generierten. Das trage dazu bei, die Energieversorgungssicherheit zu gewährleisten und Abhängigkeiten zu reduzieren.

 

Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung. Bildquelle: dena/photothek

Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung, spricht sich dafür aus, Innovation mit Sicherheit und Resilienz zu verbinden: „Es braucht jetzt Planungs- und Investitionssicherheit sowie den politischen Willen, Resilienz zur strategischen Priorität zu machen. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir Netz-, Speicher- und Flexibilitätsausbau mit Cybersicherheit und dem Schutz kritischer Infrastruktur zusammen denken.“

Abhängigkeiten genau analysieren

Die Leiterin des Zentrums für Klima und Außenpolitik der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Kira Vinke beschreibt anlässlich des dena-Energiewende-Kongresses die aktuelle Situation wie folgt: „Geopolitische Krisen schlagen sich auf Deutschlands Energiesicherheit nieder. Gleichzeitig kann der Kauf von Öl und Gas aus dem Ausland autokratische Regime stärken. Dieses Geld sollte für inländische Investitionen genutzt werden.“

Sorgen bereiten den Experten insbesondere Gefahren durch Cyberangriffe, Abhängigkeiten von Rohstoffen und globalen Lieferketten. „Souveränität bedeutet für Deutschland den Ausbau heimischer erneuerbarer Energien, eine engere Zusammenarbeit in der EU und den Schutz kritischer Energieinfrastruktur. Dazu gehörten auch strategische Rohstoffpartnerschaften“, erläutert Vinke.

Um den Risiken besser begegnen zu können, bedarf es einer tiefergehenden Analyse und konkreten Anpassungsmaßnahmen. Der Hersteller von Windanlagen Siemens Gamesa beschäftigt sich intensiv mit der Herkunft und damit möglichen Verfügbarkeit der einzelnen Komponenten. Senior Vice President of Operations, Carina Brehm, nennt Beispiele: So würden für die Gondel Magnete benötigt, die aus China importiert werden. Auch die Grundmaterialen für die Rotorblätter kommen zum großen Teil aus China. Insgesamt ergebe sich aus der Abhängigkeit ein mittleres Risiko für die Produktion.

Alexandra von Bernstorff und Carina Brehm  geben Einschätzungen zu den Risiken von Lieferketten. Bildquelle: dena/photothek

Alexandra von Bernstorff, geschäftsführende Gesellschafterin, Luxcara, plädiert dafür, Risiken bewusst zu unterscheiden und zu managen. Dazu gehöre die IT-Sicherheit ebenso wie eine Diversifizierung bei den Importen von seltenen Erden. Oberflächliche Diskussionen seien hingegen wenig zielführend. Ein Beispiel seien die Diskussionen über Gefahren von Wechselrichtern aus China für den Betrieb von Photovoltaikanlagen. Auch wenn dies Importe aus dem gleichen Land seien, seien die Geräte unterschiedlich. In China gebe es sehr viele Hersteller von Wechselrichtern, was es für Hacker schwieriger mache, alle gleichermaßen anzugreifen.

Engmaschigkeit und Schwarzstartfähigkeit von Stromnetzen

Für Stromnetzbetreiber stellt sich die Frage nach zusätzlichen Schutzmaßnahmen gegen physische und virtuelle Angriffe auf das Stromnetz. Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung, 50Hertz Transmission, sieht eine Kombination großer Stromtrassen für Gleichstrom und den zusätzlichen Ausbau einem kleinmaschigen Stromnetz für Wechselstrom einen Betrag zu mehr Sicherheit. Nach den sogenannten (n-1)-Bedingungen werde das Netz so ausgelegt, dass ein Ausfall einer Komponente durch das System aufgefangen werde. Gegen eine Bedrohung durch Cyberattacken könne eine gemeinsame Cloud-Lösung der Netzbetreiber schützen.

Stefan Kapferer erläutert Resilienz in den Stromnetzen. Bildquelle: dena/photothek

Im Falle eines großflächigen Stromausfalls komme es darauf an, das System möglichst schnell wieder aufzubauen. Für diese sogenannte Schwarzstartfähigkeit wurden bisher Kohlekraftwerke vorgehalten. Auf der Suche nach Alternativen habe sich ein Pilotprojekt mit Offshore-Windenergie habe sich als erfolgreich erwiesen, berichtet Kapferer. Auch Batteriespeicher könnten hierzu eingesetzt werden.

Ein weiterer Aspekt von Resilienz betreffe die Reservehaltung von Ausrüstung, Materialien und Anlagetechnik. Zusätzlich zu Ersatzvorräten stelle sich insbesondere die Frage nach dem Schutz von Transformatoren. In der Ukraine sei es inzwischen üblich, Transformatoren einzuhausen, um sie gegen Geschosse zu sichern, berichtet Kapferer. Viele Schäden dort seien durch Lieferung von Ersatztransformatoren aus anderen europäischen Ländern repariert worden.

Gesetzliche IT-Sicherheitskataloge für Unternehmen

Auch für die Bundesnetzagentur (BNetzA) ist Sicherheit ein wichtiges Anliegen. Vizepräsidentin Barbie Kornelia Haller verweist angesichts der Volatilität des Stromsystems auf die Notwendigkeit einer schnelleren Reaktion aller Akteure. Für dezentrale Prozesse sei eine abgesicherte Informationstechnologie Voraussetzung. Dazu sollen auch die gesetzlichen Vorgaben mit dem KRITIS-Dachgesetz und die NIS2-IT-Sicherheitskataloge beitragen.

Barbie Haller kündigt erweiterte Sicherheitsanforderungen an Akteure im Energiemarkt an.

„Cybersicherheit ist vielschichtig und einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterworfen“, so Haller. „Aktuell besteht die Cybersicherheitsregulierung vornehmlich aus organisatorischen und technischen Anforderungen und Zertifizierung in der Fläche sowie dem Schutz vor nicht-vertrauenswürdigen Herstellern. Zukünftig werden die Anforderungen auf weitere Akteure im Energiemarkt ausgeweitet und ein Rahmen geschaffen, um Systemschäden zu minimieren.“ Aus Sicht der BNetzA schaffe eine gute Cybersicherheitsregulierung Transparenz für Unternehmen, mache schnelle technologische Anpassungen möglich und so die Energiewende besser umsetzbar.

www.dena.de

Sichere Energieversorgung: Ohne Rohstoffe und Energieträger geht es nicht

Sicherheit ist zur entscheidenden Frage der Energieversorgung geworden. Der Weltenergierat – Deutschland (WEC) hat in seiner aktuellen Publikation „Energie für Deutschland 2022“ mögliche Risiken für die Versorgungssicherheit analysiert, die sich aus den internationalen Handelsbeziehungen ergeben. Besonders kritisch sind Abhängigkeiten von einem einzigen Lieferland: Bei fossilen Energieträgern dominieren Importe aus Russland. Wichtige Rohstoffe für die Herstellung von Photovoltaik- und Windanlagen kommen vorwiegend aus China.

 Im Jahr 2021 importierte Deutschland rund 70 Prozent seiner benötigten Energie. Wichtigster Lieferant war Russland mit einem Anteil von rund 55 Prozent bei Erdgas, 50 Prozent bei Steinkohle und rund 34 Prozent bei Erdöl. „Die starken Preisanstiege für Energierohstoffe in der 2. Jahreshälfte 2021 und der Russland-Ukraine-Krieg haben das Thema Versorgungssicherheit in Deutschland und Teilen Europas stark in den öffentlichen Fokus gerückt. In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die nationale Politik besonders auf den Aspekt der Nachhaltigkeit der Energieversorgung, während die Sicherheit und Bezahlbarkeit eine untergeordnete Rolle spielten“, erläutert Carsten Rolle, WEC, die neue Situation.

Die riskante Versorgungslage  ist das Ergebnis einer Entwicklung, die in den 1970er Jahren begonnen hat. Das beobachtet der Ökonom Manuel Frondl, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Gemeinsam mit Christoph M. Schmidt, RWI, hat er einen Index entwickelt, mit dem sich Risiken und Abhängigkeiten in der Energieversorgung messen lassen.

Rohstoffspezifische Risiken bei der Versorgung Deutschlands mit Erdöl, Erdgas und Steinkohle

Quelle: WEC – Energie für Deutschland 2022

Aus den Berechnungen der Wissenschaftler wird deutlich, dass das Versorgungsrisiko bei Öl, Steinkohle und Gas insbesondere in den letzten zehn Jahren stetig gestiegen ist – trotz eines Ausbaus erneuerbarer Energien, die inzwischen 16 Prozent zum Primärenergiemix beisteuern. „Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sind Deutschland und anderen europäischen Staaten auf drastische Weise die Folgen einer hohen Energieimportabhängigkeit von einem einzigen Lieferland vor Augen geführt worden“, so Frondl.

In ähnlichen Situation befindet sich nach Angaben des WEC-Berichtes Italien: Der Primärenergiebedarf wurde in den vergangenen Jahren zu rund 40 Prozent durch Erdgas gedeckt, von dem rund 40 Prozent aus Russland importiert wurde. Im Gegensatz zu Deutschland kann Italien nicht auf Braunkohle zurückgreifen und ist bereits in den 1980er aus der Kernenergie ausgestiegen.

Nicht alle Länder sind nach der Analyse des WEC gleichermaßen von Energieknappheit betroffen. Energierohstoffarmen Ländern wie Japan und Frankreich ist es durch Kernenergie gelungen, ihre Versorgungssicherheit herzustellen. Länder wie USA und Kanada können sich zusätzlich zum Ausbau erneuerbarer Energien selbst mit Erdöl, Erdgas und Kohle versorgen. Kanada exportierte 2020 rund 44 Prozent seiner im Inland geförderten Energierohstoffe. Auch die USA sind durch das sogenannte Fracking – ein aus ökologischen Gründen umstrittenes Verfahren – bei der Öl- und Gasförderung zum Nettoexporteur geworden.

Mit einem neuen gesetzlichen Rahmen soll sich in Deutschland der Anteil der erneuerbaren Energien deutlich erhöhen und die Versorgungslage verbessern. Angenommen, im Jahr 2030 gebe es keine Importe mehr aus Russland, ginge das Versorgungsrisiko deutlich zurück. „Die Ergebnisse zeigen, welche große Bedeutung einer Diversifizierung bei der Versorgungssicherheit zukommt, nicht nur hinsichtlich der Importländer, sondern auch der Auswahl an Energieträgern und -technologien“, schlussfolgert Frondl.

Insofern sei es richtig, dass Deutschland mit Blick auf die Erreichung von Klimaneutralität bis 2045 auf alternative Energieträger, wie Wasserstoff (H2) und H2-Derivate, setze und den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreibe. Auch mehr Energieeffizienz und schnelle Genehmigungen von Projekten zur Gewinnung heimischer Energieträger dienten der Versorgungssicherheit.

Abhängigkeit von China bei Rohstoffen für Solar- und Windanlagen

Auch wenn Solar- und Windanlagen den Strom in der Region produzieren – die Herstellung und Installation der Anlagen benötigt mineralische und metallische Rohstoffe, die importiert werden. Der WEC hat den Bedarf der Technologien und die Verfügbarkeit solcher Rohstoffe näher untersucht und dazu die wichtigsten Lieferländer aufgeführt.

Für Stahl von Windkraftanlagen werden Eisen, Nickel, Molybdän, Mangan und Chrom benötigt. Aluminium kommt im Turbinenturm und in Stromkabeln vor.  Kupfer wird in Generatoren, Starkstromkabeln, Transformatoren und der Erdungsanlage eingesetzt. Polymere werden in der Turbine verwendet. Wichtige Rohstoffe für die  Steuereinheiten sind Aluminium, Zinn, Zink, Tantal und Edelmetalle.

Bei Solaranlagen bestehen photovoltaisch aktive Komponenten aus Siliziumscheiben auf die Silberpaste aufgebracht wird oder aus amorphem Silizium, Kupfer-Indium- Gallium-Diselenid oder Kadmium-Tellurid. In den tragenden Elementen der Anlagen kommen Beton, Stahl, Kunststoffe, Glas, Aluminium und Kupfer zum Einsatz. Bei fast allen diesen Rohstoffen gehört China zu den wichtigsten Handelspartnern.

Kritikalität der für Windkraft- und PV-Anlagen benötigten Rohstoffe

Angebotskonzentration (HHI) und Länderrisiko (GLR) sowie Anteile der größten Produktionsländer im Jahr 2018

Quelle: WEC – Energie für Deutschland 2022

 

Stärkere Diversifizierung als langfristige Strategie

Die Risiken bei Rohstoffversorgung und Energieimporten lassen sich langfristig verändern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat angekündigt, stärker auf nationale Reserven und andere Lieferländer zu setzen. Um per Schiff transportiertes verflüssigtes Erdgas zu importieren, soll eine Infrastruktur aufgebaut werden. Das BMWK erwartet, das Deutschland bei Steinkohle und Öl bereits bis Jahresende 2022 weitgehend unabhängig von russischen Einfuhren sein kann und bei Erdgas eine schrittweise Reduktion auf etwa 10 Prozent des Gasverbrauchs bis Sommer 2024 möglich ist.

Energie-Rohstofflieferanten Deutschlands 2021

Angaben in Mio. t  Steinkohleeinheiten

Quelle: WEC – Energie für Deutschland 2022

GasMangel: Kurzfristige europäische Strategien gesucht

Mit Blick auf die Situation im kommenden Winter dürften zunächst kurzfristige Maßnahmen entscheidend sein, um Bürger sowie Industrieunternehmen durch die Versorgungskrise bringen. Dabei geht es um einen Ausgleich für steigende Energiepreise und die eine angemessene Verteilung bei einer Gasmangellage. Das gilt nicht nur in Deutschland, sondern für ganz Europa.

In einer deutsch-österreichischen Diskussionsrunde auf dem Medienschiff Pioneer One im Anfang Juli 2022 sprachen sich Vertreter aus Politik und Wirtschaft für eine gemeinsame europäische Strategie zur Sicherung der Gasversorgung aus. Die Österreichische Bundesministerin für EU und Verfassung, Karoline Edtstadler sieht bei der Krisenbewältigung Parallelen zur Pandemie. Was für Impfstoffe gelte, gelte auch für die Versorgung mit Energie. Man schaue in Europa aufeinander, so die Einschätzung von Edtstadler.

Die Sicherung der Gasversorgung lässt sich nur europäisch lösen – so ein Fazit der Diskussionsrunde mit Gabriel Felbermayr, Karoline Edtstadler, Michael Strugl und Günther Oettinger sowie Moderator Gabor Steingart. Bildquelle: Verbund

Wenn das Gas knapp ist,  entsteht eine Konkurrenzsituation zwischen der  industriellen Produktion und dem Wärmemarkt. Gesucht werden Instrumente, um Preisanstiege zu dämpfen und Energie zu sparen. Der frühere EU-Energiekommissar Günther Oettinger betonte, dass die Wärmeversorgung für Privathaushalte nach deutschem Recht zwar Vorrang habe. Er sprach sich aber für eine Abwägung zwischen einer Raumtemperatur von 22 Grad und Produktionsausfällen in der Industrie mit Kurzarbeit und Insolvenzen aus.

Für die Wirtschaft wären die Auswirkungen von fehlenden Gasimporten massiv. Gabriel Felbermayr, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), befürchtet deutliche Wohlstandsverluste im kommenden Winter aufgrund von Produktionsrückgängen in der energieintensiven Industrie und anschließenden Kaskadeneffekten. Deutschland sei davon besonders betroffen. Im Unterschied zur Eurozone oder auch Österreich schrumpfe die deutsche Industrieproduktion bereits seit 2017 aufgrund hoher Unsicherheiten und steigender Energiepreise durch Energiewende.

Auch wenn die Wirtschaft langfristig auch ohne russisches Gas auskomme, könne die Gasmangellage dafür sorgen, dass die Inflation in Deutschland auf 18 Prozent steige, prognostizierte Felbermayr. Entscheidend sei für die kommenden Monate, dass Preissteigerungen nicht vollständig an die Haushalte weitergeben werden, um soziale Konflikte zu vermeiden.

Auswirkungen auf viele Teile der Wirtschaft

Die Auswirkungen eines Lieferstopps auf die deutsche Wirtschaft hat das Beratungsunternehmen Prognos im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft untersucht. Die Studie „Folgen einer Lieferunterbrechung russischen Gases für die deutsche Industrie“, erwartet negative wirtschaftliche Effekte ausgehend von einem möglichen Lieferausfall ab Juli 2022. Demnach wäre aufgrund gesetzlich festgelegter Mindestmengen in Gasspeichern und der Versorgung vorrangiger Kunden der Gasbedarf der Industrie nicht einmal zur Hälfte gedeckt. Die Studie erwartet mehr als 30 Prozent Produktionsrückgang bei der Verarbeitung von Glas, Stahl, Keramik, Nahrungsmittel, Druck, Chemie und Textilien.

Quelle: Prognos / vbw

 

 

Die Wertschöpfung der direkt betroffenen Branchen würde um 3,2 Prozent sinken, was einem Verlust von rund 49 Milliarden Euro entspreche. Dabei würde die Wertschöpfung in der Glasindustrie oder die Stahlverarbeitung um fast 50 Prozent sinken. Ähnliches gelte für die Chemie-, Keramik-, Nahrungsmittel-, und Textilbranche sowie das Druckereiwesen mit Wertschöpfungsverluste von über 30 Prozent. Durch indirekte Folgen seien zudem Dominoeffekte und eine Störung der Produktions- und Lieferketten zu erwarten.

Weiterführende Links:

Energie für Deutschland 2022: https://www.weltenergierat.de/publikationen/energie-fuer-deutschland/energie-fuer-deutschland-2022/

Paneldiskussion „Energiewende, aber sicher!“ an Bord der ThePioneer One:  https://www.youtube.com/watch?v=E4vcnS18P6A

Studie zu den Folgen einer Lieferunterbrechung bei Erdgas:https://www.vbw-bayern.de/Redaktion/Frei-zugaengliche-Medien/Abteilungen-GS/Wirtschaftspolitik/2022/Downloads/vbw_Studie_Folgen_Lieferunterbrechung_von_russischem_Erdgas_Juni_2022.pdf

Risiken durch Digitalisierung und Geopolitik

CF2Seit neun Jahren untersucht der Weltenergierat, mit welchen Energiethemen sich die Entscheider in der ganzen Welt bei Tag und Nacht beschäftigen. Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass die Risiken von Digitalisierung und Geopolitik heute stärker im Bewusstsein sind als in der Vergangenheit. Im Gespräch mit der Zeitschrift ew  – Magazin für die Energiewirtschaft erläutert Dr. Christoph Frei, Generalsekretär des World Energy Council (WEC) in London die Hintergründe.

Der Issues Monitor mißt jährlich die Dimensionen Dringlichkeit und die Unsicherheit in Bezug auf ein Thema. Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass Digitalisierung und Dekarbonisierung als Treiber des Transformationsprozesses den Befragten weltweit sehr präsent sind. Dazu gehören auch die Themen Speicher, Marktdesign, Digitalisierung sowie die Integration der fluktuierenden Stromerzeugung, berichtet Frei. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung und die richtige Strategie sei in diesem Bereich sehr hoch. Neu hinzu gekommen sei unter den europäischen Energiemanagern eine starke Wahrnehmung von geopolitischen Risiken. Nord-Amerika und Russland werden als deutlich unsichere Partner wahrgenommen.

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