Risiken durch Digitalisierung und Geopolitik

CF2Seit neun Jahren untersucht der Weltenergierat, mit welchen Energiethemen sich die Entscheider in der ganzen Welt bei Tag und Nacht beschäftigen. Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass die Risiken von Digitalisierung und Geopolitik heute stärker im Bewusstsein sind als in der Vergangenheit. Im Gespräch mit der Zeitschrift ew  – Magazin für die Energiewirtschaft erläutert Dr. Christoph Frei, Generalsekretär des World Energy Council (WEC) in London die Hintergründe.

Der Issues Monitor mißt jährlich die Dimensionen Dringlichkeit und die Unsicherheit in Bezug auf ein Thema. Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass Digitalisierung und Dekarbonisierung als Treiber des Transformationsprozesses den Befragten weltweit sehr präsent sind. Dazu gehören auch die Themen Speicher, Marktdesign, Digitalisierung sowie die Integration der fluktuierenden Stromerzeugung, berichtet Frei. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung und die richtige Strategie sei in diesem Bereich sehr hoch. Neu hinzu gekommen sei unter den europäischen Energiemanagern eine starke Wahrnehmung von geopolitischen Risiken. Nord-Amerika und Russland werden als deutlich unsichere Partner wahrgenommen.

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CO2-Reduktion durch Sektorenkopplung in Berlin

Version 2Am Beispiel der größten deutschen Stadt wird deutlich, was die Klimaziele im Detail bedeuten. Hier gibt es in jedem Sektor andere Antworten auf die Frage der CO2-Reduktion. Im Interview für Septemberausgabe der Zeitschrift EW – Magazin für die Energiewirtschaft erläutert Dr. Gerhard Holtmeier, Vorstandsvorsitzender der GASAG, wie ganzheitliche Lösungen mit Strom, Gas und Wärme aussehen. 

Der Gasversorger in Berlin realisiert die Themen Energiewende und CO2-Reduktion in unterschiedlichen Projekten. Mit dem Neubaugebiet Maximilians Quartier, der energetischen Optimierung der Mierendorff-Insel, dem Energiekonzept für die Mercedes-Benz Arena und der Power-to-heat/Power-to-cool-Anlage auf dem EUREF-Campus einige Vorzeigeprojekte für ein neues Verständnis von CO2-Einsparungen im Gebäudebereich entwickelt, erläutert Holtmeier.  Weiterlesen

Gasspeicher als Wintervorrat für Sonnen- und Windstrom

300_pk-studie-gas_33.jpgWie lassen sich jahreszeitliche Erzeugungsschwankungen aus erneuerbaren Energien überbrücken? Diese Frage ist trotz aller Fortschritte bei Batteriespeichern noch ungelöst. Eine Studie des Beratungsunternehmens enervis empfiehlt über Power-to-Gas die Gasspeicher als Speicher für erneuerbaren Strom zu nutzen. Im Interview mit der Zeitschrift EW – Magazin für die Energiewirtschaft rät Sebastian Klein, Prokurist, enervis energy advisors GmbH, Berlin von einer vollständigen Elektrifizierung der Energieversorgung ab. 

Das Energiesystem eines treibhausgasneutralen Deutschlands im Jahr 2050 wird deutlich anders aussehen als heute, ist Klein überzeugt. Es müsse ausreichend Strom aus erneuerbaren Energien bereitgestellt und diese Mengen in den Absatzmarkt integriert werden. Hierfür bedürfe es der Nutzung erneuerbarer Gase. Dieser Gasbedarf könne durch Wasserstoff und Methan gedeckt werden, die über Power-to-Gas mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurden. Die bereits heute vorhandenen Gasspeicher könnten die erneuerbaren Gase flexibel ein- und auslagern, welche bei Bedarf auch für die Stromerzeugung genutzt werden. Andere Energieträger fossilen Ursprungs wie Kerosin, Benzin und Diesel werden durch erneuerbare Gase oder erneuerbare liquide Brennstoffe ersetzt.

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Interview mit Lars Grotewold: Dekarbonisierung als Wachstumschance

Grotweold_Lars_2Klimaschutz wird oft als zusätzliche Belastung für die Wirtschaft gesehen. Das muss nicht sein: Über die Chancen einer Dekarbonisierung spricht Dr. Lars Grotewold, Leiter Bereich Klimawandel bei der Stiftung Mercator im Interview mit der Zeitschrift EW – Magazin für die Energiewirtschaft.  

Die Mercator Stiftung hat gemeinsam mit anderen internationalen Stiftungen in einem Report dargestellt, dass Klimaerwärmung nicht nur ein Umweltschutzthema ist. Der Stiftungsverbund empfiehlt insbesondere den 20 führenden Industrienationen die Chancen einer Umgestaltung des Wirtschaftssystems zu nutzen. Klimaschutz muss die Wirtschaft nicht belasten, wenn der Umbau richtig vorangetrieben wird, erläutert Grotewold. „Wir sehen Dekarbonisierung als eine Voraussetzung für künftige Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Modernisierung.“

Dreh- und Angelpunkt der Empfehlungen ist eine Bepreisung der CO2-Emissionen.  Solange es nichts koste, die Atmosphäre zu belasten, werde dies weiterhin geschehen, ist Grotewold überzeugt. Die grundsätzliche Ausgestaltung könne entweder als Steuer oder über ein Handelssystem wie beim Emissionszertifikatehandel erfolgen. Aus beiden Systemen ließen sich Einnahmen für den Staat generieren, so dass steuerliche Entlastungen an anderer Stelle möglich seien, so Grotewold. Damit ließe sich wirtschaftliches Wachstum ankurbeln. Insofern sei die CO2-Bepreisung weniger ein Thema für Ökoaktivisten als vielmehr für die Finanzminister.

Das vollständige Interview ist in ew 8 /2017 erschienen.

Bildquelle: Stiftung Mercator